Das Geld geht uns nie aus
Versuchen wir mal zu erklären, was momentan an den Märkten passiert?
Ich finde den Ansatz der sog. Quantitätstheorie immer gut, um sämtliche monetären
Vorgänge vernünftig zu erklären.
Im Wirtschaftstudium lernt man: XP = MU (Preis*Gütermenge = Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit)
Unter Vorraussetzung eines nahezu konstanten Preises und einer konstanten Umlaufgeschwindigkeit
ergibt sich die vielzitierte Gleichung Geldmenge = Gütermenge.
Wir alle wissen, diese Gleichung ist aus dem Gleichgewicht. Die Geldmenge übersteigt seit einigen Jahren immer weiter und immer mehr die vorhandene Gütermenge. Bis auf die Ausnahme in 2008 hatten wir jährliche Wachstumsraten der Geldmenge von ca. 9-10%, während die Gütermenge nur mit ca. 2-4% wuchs.
Allerdings brauchen wir uns vor einer Nachfragesog-Inflation keine Sorgen machen, die Löhne und die Preise steigen momentan nicht. Nein, sie fallen! Wie kann das sein?
Was momentan passiert kann man als Asset-Inflation mit gleichzeitiger Preis-Deflation bezeichnen.
Alle Assets (Aktien, Rohstoffe, Immobilien, etc.) steigen im Wert, während der Otto-Normal-Verbraucher
kaum mehr Lohn bekommt und sich deswegen auch kaum mehr etwas kaufen kann. Um die Situation genauer zu durchleuchten, schauen wir mal auf den Geldmengenstrom. Wohin fließt die Geldmenge? Wer bekommt das Geld?
Es fließt an die Banken und von dort prinzipiell an alle, die schon Geld haben! Jawohl, kaum eine Bank riskiert es, das Geld an Unternehmen zu verleihen, die es gebrauchen könnten. Nein, stattdessen fließt es zurück zur EZB und in PIGS-Anleihen, es wird zum stopfen von Bilanzlöchern verwendet und an Aktionäre ausgeschüttet. Es wird für Bonizahlungen benutzt und fließt in Aktiengeschäfte oder oder sonstige Übernahmen. Punktum, es bleibt größtenteils im Finanzcasion-Markt und wird nur zu einem sehr geringen Teil in die Realwirtschaft "gelenkt". Darum steigt der Aktienmarkt und darum geht es eingen Teilen! der Realwirtschaft auch richtig gut. Es wird investiert in Aktien, in Anleihen,Immos, Fonds, Gold und Firmenbeteiligungen. Diese Assets inflationieren.
Gleichzeitg erleben wir auf dem Gütermarkt eine Deflation, weil die Leute sich immer weniger leisten können. Die Löhne steigen eben nicht. Und weil die Löhne nicht steigen, müssen die Preise konstant bleiben oder sogar sinken. (Wir alle kennen die Tricks mit den kleineren Verpackungen zum gleichen Preis)
Die Nachfragen nach Gütern wird nicht "mitangeheizt". Viele Gütern werden aber von den Produktionskosten teurer, weil die Rohstoffe teurer werden. (Rohstoffe eben als Assets gelten)
Das verschlechtert die Nachfragesituation und die Deflationiären Tendenzen weiterhin.
Auf den Punkt gebracht:
Die Umlaufgeschwindigkeit zieht nicht mit an, weil das Geld falsch fließt.
Damit kann die Geldmenge weiterhin steigen, ohne eine Nachfragesog-Inflation auszulösen.
Die Asset-Preisinflation wird aber stoppen und ein großer deflationärer Crash wird irgendwann
in nächster Zukunft eine Menge "Investments" hinwegspülen.
Wann das passiert? Wenn der nächste schwarze Schwan kommt...


Kommentare
Toller Artikel
vielen Dank, sehr informativ